Nachhaltige Innovationen bei den GREEN AWARDS ausgezeichnet

Beim großen Finale des GREENTECH FESTIVALS 2020, den GREEN AWARDS, wurden innovative Zukunftsprojekte und Vordenker für Nachhaltigkeit prämiert.

18.09.2020 Text: Bernd Zerelles Foto: Greentech Festival / Kiara Nirghin / Solar Foods / Ecosia GmbH / Kering - Les Gens / Johanna Lohr, CC BY-SA 4.0 Lesezeit: 6 min

Audi ist nicht nur einer der Founding Partner des GREENTECH FESTIVALS, dem Festival für grüne Technologien und nachhaltigen Lebensstil von Mitgründer Nico Rosberg, Nachhaltigkeitsunternehmer und ehemaliger Formel 1-Weltmeister. Audi ist auch Schirmherr der GREEN AWARDS, einem von vier Kernmodulen des Festivals, bei denen disruptive Ideen und Innovationen gegen den Klimawandel ausgezeichnet werden.

„Die langfristige Partnerschaft mit dem GREENTECH FESTIVAL unterstreicht, dass Nachhaltigkeit klar auf der Agenda der Vier Ringe steht. Wir freuen uns, bei den GREEN AWARDS nachhaltige Ideen zu fördern, die einen Beitrag zu einer lebenswerteren, besseren Zukunft leisten können. Dabei wollen wir Innovator_innen ausdrücklich ermutigen, weiter an ihren Einfällen zu arbeiten“, sagt Henrik Wenders, Senior Vice President Marke Audi.

In einem TÜV-geprüften Prozess wurden von einer unabhängigen Jury in vier Wettbewerbskategorien – Youngster, Start-up, Innovation, Impact – je drei Nominierte ausgewählt, aus denen sich dann in einem weiteren Schritt der Sieger je Kategorie rekrutiert.

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Youngster: Weltweite Hungerkrise lösen

Entscheidende Bewertungskriterien bei den aufstrebenden Junioren (16 bis 25 Jahre), die sich wirksam um Nachhaltigkeit bemühen: Kann der Beitrag zu einer grüneren Zukunft eine langfristige Wirkung innerhalb der Gesellschaft erzielen, und ist er auch einem weitreichenden Bevölkerungskreis dienlich.

Kiara Nirghin wurde hier zur Siegerin gekürt. Die 20-jährige südafrikanische Wissenschaftlerin könnte mit ihrer Idee einen entscheidenden Beitrag zur Lösung der weltweiten Hungerkrise leisten. Kiara entwickelte auf Basis von Orangen- und Avocadoschalen ein Polymer, das in der Lage ist, das Hundertfache seines Eigengewichts an Flüssigkeit aufzunehmen und zu transportieren. Es enthält keine toxischen Substanzen und ist biologisch abbaubar. Landwirtschaftlicher Boden, in den Kiaras Polymer eingebracht ist, wird dadurch quasi zu einem supersaugfähigen Schwamm: Er lässt Regenwasser deutlich langsamer versickern, speichert Wasser deutlich länger und gibt dieses lang andauernd an Pflanzen ab, die dadurch besser wachsen und Dürreperioden leichter überleben.

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Die Preisträgerin in der Kategorie Youngster ist Kiara Nirghin aus Südafrika.
Die Preisträgerin in der Kategorie Youngster: Kiara Nirghin aus Südafrika.

Innovation: CO₂ wird zu Protein

Auch in der Kategorie Innovation wurde eine Spitzenerfindung ausgezeichnet, die das Potenzial besitzt, unsere Welt nachhaltig zu verändern. Das finnische Unternehmen Solar Foods entwickelte eine Methode zur Herstellung eines proteinbasierten Pulvers mit dem Namen Solein, bei der CO₂ als Hauptrohstoff dient.

Unter Verwendung von Bakterien, Stickstoff und (idealerweise erneuerbarer) Energie wird Kohlendioxid in ein Pulver mit ähnlichen Eigenschaften wie Weizenmehl umgewandelt. Das CO₂ für dieses Power-to-Food-Verfahren kann beispielsweise direkt aus der Umgebungsluft gefiltert werden, mit einer Technologie, wie sie zum Beispiel das Schweizer Cleantech-Unternehmen Climeworks anbietet. Anstatt die Erderwärmung zu verstärken, könnte so das Treibhausgas zunutze gemacht werden, die Weltbevölkerung zu ernähren.

Solein erinnert auch im Geschmack an Weizenmehl und besteht zu 50 Prozent aus Protein, zu 10 Prozent aus Fett und zu 25 Prozent aus Kohlenhydraten. Für die Herstellung von einem Kilogramm Solein werden nur zehn Liter Wasser benötigt. Ein Kilogramm landwirtschaftlich angebautes Soja verschlingt 2.500 Liter Wasser. Solar Foods will im Jahr 2021 mit dem Verkauf des Proteinpulvers beginnen.

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Impact: Suchmaschinenbetreiber pflanzt Bäume

In der Kategorie Impact überzeugte das deutsche Unternehmen Ecosia die Jury mit seinem Beitrag für eine grünere Zukunft. Ecosia betreibt eine Suchmaschine und versorgt seine Server zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie von eigenen Solaranlagen. Seit 2014 unterstützen die nachhaltigen IT-Vordenker das Projekt „Begrünung der Wüste“, durch das mehr als 70 Millionen Bäume in Burkina Faso gepflanzt wurden. Heute pflanzt Ecosia an 22 Standorten weltweit Bäume. Diese Bäume entziehen der Atmosphäre mit jeder Ecosia-Suche rund ein Kilogramm CO₂. Damit will Ecosia (verfügbar in 47 Sprachen) seinen Beitrag zur Kompensation der durch Internetnutzung und Serverbetrieb verursachten Treibhausgasemissionen leisten.

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Start-up: Live-Pitch mit Live-Voting

Der Sieger in der Kategorie Start-up wurde während der Preisverleihung der GREEN AWARDS im Live-Voting gekürt. Im Live-Pitch traten an:

  • City to Sea, eine Non-Profit-Organisation, die über die kostenlose App Refill Menschen auf der Suche nach Trinkwasser mit Tausenden Nachfüllstationen in ganz Großbritannien verbindet.
  • Live Love Recycle, eine App, mit der die Bürger Beiruts (Libanon) einen E-Bike- Service bestellen können, der ihren Müll abholt und recycelt, während der reguläre Müll Beiruts auf der Müllkippe landet.
  • Swisspod Technologies, das erste Hyperloop-Start-up der Schweiz, das von zwei mehrfach ausgezeichneten Ingenieuren gegründet wurde, um die Vision einer energieeffizienten und kostengünstigen Hyperloop-Lösung in die Realität umzusetzen.

    Das Ergebnis des Live-Votings finden Sie hier.

GREEN ORGANISATION AWARD und Lifetime Achievement Award

Highlight des Abends der GREEN AWARDS war die Verleihung von zwei ausgewählten Special Prices: GREEN ORGANISATION AWARD und Lifetime Achievement Award.

Der Sonderpreis GREEN ORGANISATION ging an den französischen Luxusmoden-Konzern Kering, der für seine Marken – Alexander McQueen, Balenciaga, Bottega Veneta, Brioni, Gucci und Saint Laurent – Standards bei Nachhaltigkeit, Tierschutz und Schutz minderjähriger Models einführt und damit eine Vorreiterrolle in der Modebranche einnimmt.

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Für Gänsehaut an diesem besonderen Abend sorgte die Auszeichnung der Engländerin Dr. Jane Goodall für ihr Lebenswerk. Die 86-Jährige, die in den 1960er-Jahren schlagartig berühmt wurde, als sie sich als erste Forscherin mitten in eine Gruppe wilder Schimpansen setzte, ist eine herausragende Vorkämpferin für Tier- und Umweltschutz.

Henrik Wenders betonte in seiner Laudatio: „Sie führte uns in die Dschungel Tansanias und veränderte unsere Sicht auf die Welt. Sie zeigte uns die Intimität der Affen und half uns, uns selbst zu erkennen. Und sie veränderte, was wir von einer jungen Frau mit einer Idee erwarten könnten.“

Dr. Jane Goodall entgegnete in einem aus Großbritannien eingespielten Beitrag darauf bescheiden: „Wir alle sind gefordert, über eine neue Zukunft nachzudenken, über eine neue Beziehung zur Natur und zu den Tieren, mit denen wir diesen Planeten teilen. Die Hoffnung für die Welt liegt in all den jungen Menschen, die an diesem GREENTECH FESTIVAL 2020 teilnehmen, die sich mit diesem unbezähmbaren menschlichen Geist weigern, aufzugeben. Die Dinge angehen, von denen andere Menschen sagen, diese seien unmöglich. Wir dürfen nicht scheitern. Wir müssen eine andere, eine bessere Welt schaffen – und das ist meine Hoffnung für die Zukunft."

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Dr. Jane Goodall wurde mit dem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet.
Dr. Jane Goodall wurde mit dem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet.

Verantwortung für Nachhaltigkeit

Das Engagement von Audi für das GREENTECH FESTIVAL unterstreicht, dass das Thema Nachhaltigkeit eine entscheidende Rolle auf der Audi Agenda spielt. Audi hat sich die ehrgeizige Vision gesetzt, bis 2050 unternehmensweit bilanzielle CO₂- Neutralität zu erreichen. Dafür hat sich das Unternehmen in allen Geschäftsbereichen anspruchsvolle Zwischenziele vorgenommen und Projekte für Nachhaltigkeit auf den Weg gebracht. Bis 2025 will Audi den CO₂-Fußabdruck seiner Flotte um rund 30 Prozent reduzieren. Dafür setzt die Marke unter anderem verstärkt auf Elektromobilität. Im gleichen Jahr sollen zudem alle Audi Standorte bilanzielle CO₂ Neutralität erreichen. Audi Brussels ist seit 2018 Vorreiter und erster CO₂-neutral zertifizierter Standort des Unternehmens.

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